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FiVeDeWo: #3 Prinz Valiant

In der Rubrik "Filmverschwörung der Woche", kurz FiVeDeWo, werden Themen zu Intrigenspielen, Machenschaften und Geheimbündeleien vorgestellt. Drei wichtige Punkte sind hier zu beachten:

1: Don't kill the Messenger! Die in der Rubrik vorgestellten Themen sind recherchiert und sollten daher nicht mit dem Verfasser in irgendeine Verbindung gebracht werden, die über seine Sammlung von Informationen über ein bestimmtes Thema hinausgeht.

2: Wer nicht bei (vermeintlicher) Konspiration dabei gewesen ist, kann auch nicht über den Wahrheitsgehalt der Artikel urteilen. Als Faustregel gilt: Nicht alles, was man glaubt, entspricht auch der Wahrheit und wenn man etwas nicht glaubt, dann heißt das nicht, dass es das nicht gibt.

3: Einem Zartbesaiteten könnte ein Schauer über den Rücken fahren. Ab hier wird es gruselig!

Viel Spaß beim Lesen!


Am 29. November 1981 wurde die Leiche von Schauspielerin Natalie Wood (Rebel without a Cause, Westside Story) nur mit einem Nachthemd und Wollsocken bekleidet vor der kalifornischen Insel Catalina treibend gefunden. Bald stellte sich heraus, dass Wood das Erntedankfestwochenende an Bord ihrer Yacht Splendor mit ihrem Ehemann, dem Schauspieler Robert Wagner (Hart aber herzlich), ihrem Schauspielkollegen Christopher Walken (The Deer Hunter, Pulp Fiction) und dem jungen Kapitän Dennis Davern verbracht hatte.

 

Am Tag darauf gab der Chefarzt des LA County Thomas Noguchi bekannt, dass Wood versehentlich ertrunken sei. Er bemerkte oberflächliche Blutergüsse an ihrem Körper, die wahrscheinlich durch einen Sturz ins Wasser entstanden seien und auch Kratzspuren an Prinz Valiant, dem Beiboot der Yacht. Vermutlich hat sie mehrmals versucht, wieder an Bord des Beibootes zu gelangen, bevor sie ihrer Erschöpfung erlag.

 

Danach trauerte Hollywood um den Verlust ihres großen Stars und viele Berühmtheiten wohnten der Beerdigung bei. Ihr verzweifelter Ehemann küsste unter Tränen den Sarg und die Ermittlungen wurden offiziell am 11. Dezember eingestellt.

 

Doch obwohl ein versehentliches Ertrinken durchaus plausibel erschien, blieben für einige noch viele Fragen offen.

 

Noguchi selbst hatte einige Fragen in seinem selbst veröffentlichtem Buch aufgeworfen:

Warum rutschte Wood mitten in der Nacht am Heck der Yacht aus und löste dabei das Beiboot ab?

Wohin trieb sie ab?

Warum dauerte es so lange, bis drei Männer an Bord bemerkten, dass sie verschwunden war?

 

Auch Woods Schwester Lana veröffentlichte ein Buch und schrieb ihre Verwirrtheit über die Eregnisse dort nieder:

Wie war es möglich, dass Wood sich trotz ihrer Angst vor "dunklem Wasser"  mitten in einer sternenlosen Nacht ganz alleine in diese Situation brachte?

 

Robert Wagner verfasste ebenfalls ein Buch. Laut seinen Aussagen diskutierten er und Walken über politische Sachverhalte was seine Frau so sehr langweilte, dass sie sich im Beiboot schlafen legen wollte. Er vermutete hier, dass sich beim Einsteigen ins Boot das Halteseil gelöst hat und Wood dabei ins Wasser gestürtzt ist. Diese Erinnerung unterschied sich allerdings von seiner ursprünglichen Aussage bei der Polizei, wo er zugab, sich mit Wood über familiäre Angelegenheiten gestritten zu haben. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Unstimmigkeiten hinzu.

 

Auch der Schiffskapitän brachte seine Version der Ereignisse heraus. Wäre Wagner bei seiner ursprünglichen Version geblieben und Walken hätte weiter einfach nichts gesagt, dann hätten sich die Wellen sehr wahrscheinlich nach kurzer Zeit geglättet. Wenn eben Davern nicht gewesen wäre – denn jahrelang hatte er ohne Erfolg versucht, Verlage und Boulevardzeitungen zur Veröffentlichung seiner Geschichte zu überreden. Im Jahr 2000 veröffentlichte die Zeitschrift Vanity Fair seine Sicht der Dinge. Er gab an, dass Walken und Wood das ganze Wochenende geflirtet hätten und es Wagner an einem Abend reichte, er eine Weinflasche auf einem Tisch zerschmetterte und Walken anbrüllte, was er mit seiner Frau vorhabe. Wood stürmte davon und schlug die Tür ihrer Kajüte zu. Wagner ging auf sie zu und löste somit laut Davern einen heftigen Streit aus. Der Kapitän war es, der Wood ins Beiboot setzte und es an einer Leine absetzte, um sie so vor der Raserei ihres Mannes zu bewahren, der schon sehr zerzaust war und stark schwitzte. Walken war bereits im Bett, als Wagner zum Kapitän sagte, dass er nach seiner Frau sehen wolle. Als er gegen 01:30 Uhr wieder kam, sagte er, dass er seine Frau nicht finden konnte. Die Suchscheinwerfer einzusetzen lehnte er ab, da er niemanden an Land beunruhigen wollte. Schließlich baten sie per Funk um Hilfe.

 

Wagner hat nochmals 2008 in einem Buch geschrieben, dass unterm Strich niemand weiß, was genau passiert ist.

 

2011 wurde der Fall wieder eröffnet. Zwei Jahre zuvor gehörte der Kapitän zu über 700 Interessierten, die eine Petition zur damaligen fehlerhaften Ermittlung unterschrieben und dem LA County übergaben. Die Todesursache wurde in "Ertrinken unter unbestimmten Faktoren" geändert. Die blauen Flecken, Prellungen und Blutergüsse deuteten nun darauf hin, dass Wood angegriffen wurde.

 

Der über 90-jährige Wagner verweigert immer noch jegliche Interviews – es gilt die Unschuldsvermutung.                                                                                                                                      Tim

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