· 

Kraftidioten (2014)

© IMDB
© IMDB

Unter dem Originaltitel "Kraftidioten", was im Deutschen so viel heißt wie "Der Vollidiot" erschien 2014 diese norwegische Krimikomödie. Um dabei bloß keine Verwechslung zum furchtbaren Pocher-Flop "Vollidiot" aufkommen zu lassen (oder einfach um den englischen Titel einzudeutschen) entschied man sich für den deutschen Filmtitel "Einer nach dem anderen".

Der norwegische Titel zielt dabei jedoch gar nicht darauf ab, dem Protagonisten jegliche Intelligenz abzusprechen. Mit dem Wort "Kraftidiot" werden vielmehr diejenigen Leute bezeichnet, die zwar offensichtlich mit einer gewissen Intelligenz gesegnet sind, sich jedoch extrem dumm und unvernünftig verhalten.

 

Der Film ist eines der unzähligen Beispiele für die geringe Wertschätzung des europäischen Kinos durch Hollywood. Da ausländische Filme in den USA (mit wenigen Ausnahmen) reine Kassenflops sind, werden die Filme 1:1 reproduziert. Dabei werden nicht selten die komplette Handlung exakt nachgedreht und sogar die gleichen Regisseure eingesetzt. Der warme Geldregen aus Hollywood wird Hans Moland dabei jedoch am wenigsten gestört haben...

Im US-Remake wird Hauptdarsteller Stellan Skarsgard (Fluch der Karibik, Chernobyl und der Filmhit Mamma Mia) durch die Rache-Film-Ikone Liam Neeson (Taken 1-12) ersetzt.

 

Einer nach dem anderen (2014) on IMDb

Inhalt

Da es sich hier um einen relativ "neuen" Film handelt, wird, wie gewohnt, darauf verzichtet, nähere Handlungsdetails zu verraten.

 

Nils Dickman (hö hö hö Dick-man), ist gebürtiger Schwede, fährt für sein Leben gerne Schneepflug und führt gemeinsam mit seiner Frau ein ruhiges und beschauliches Leben in seiner Wahlheimat in Südnorwegen.

Als am Abend seiner Auszeichnung zum "Bürger des Jahres" jedoch sein Sohn Ingvar von (wie Hausmeister Krause an dieser Stelle sagen würde) kriminellen Elementen, zunächst gewaltsam entführt und anschließend mit einer injizierten Überdosis getötet wird, bricht für ihn eine Welt zusammen.

Anhand der Obduktion steht für die Polizei schnell fest, dass es sich um einen Junkie handeln muss und lehnt damit jede weiter Nachforschung ab. Nils kann und will dies jedoch nicht glauben, da er fest behauptet, dass sein Sohn nie Kontakt zu Drogen gehabt habe.

Der Schicksalsschlag stellt daraufhin nicht nur seine Ehe, sondern auch den kompletten Lebenswillen in Frage. Seinen einzige Ausweg sieht er im Suizid. Als jedoch kurz vor seinem Selbstmordversuch ein Freund seines Sohnes auftaucht und ihm von den Geschehnissen mit der Drogenmafia erzählt, schöpft er in der Rache seinen neuen Lebenssinn... 

 

Fazit

Nicht nur die weiten Schneelandschaften erinnern den Zuschauer an den Klassiker "Fargo" von den Coen-Brüdern. Auch Molands Film "Kraftidioten" ist gespickt mit tiefschwarzem Humor.

Dabei kommt die Spannung und der Tiefgang der Geschichte jedoch zu kurz und ist sehr linear erzählt (Von A nach B zu C, einmal durch die Hierarchie des Mafia-Clans). Durch die starke Schauspielleistung, die kurzweiligen Dialoge, die teilweise krasse Brutalität, aber auch den erwähnten Humor wird der Film jedoch nie langweilig und unterhält (bis auf einen etwas gezogenen Mittelteil) sehr gut.

Dass Nordeuropäische Regisseure mit dem Genre Krimi umgehen können, dürfte bekannt sein, mit "Einer nach dem anderen" schlägt Moland aber eine bislang untypische Richtung ein.

 

3,5 von 5 Heroin-Spritzen

Tino


Wenn ihr am Film interessiert seid und uns unterstützen möchtet, könnt ihr ihn über den folgenden Link kaufen. Für euch entstehen dabei keinerlei Mehrkosten und wir erhalten einen Teil des Kaufpreises:

 

Einer nach dem Anderen [Blu-ray]

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0