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Aquaman (2018)

© 2018 - Warner Bros.
© 2018 - Warner Bros.

Die Produktionsfirma DC, vor Allem bekannt durch die Comicsuperheldenverfilmungen der Dark Knight-Trilogie und Man of Steel, hatte eine Zeit lang Probleme mit ihren Filmveröffentlichungen. Angefangen bei Batman vs. Superman welcher durch schlechtes Screenwriting auffiel. Zwanghaft wurden hier Charaktere in das DC-Universum eingeführt um schnell an Erfolge des Konkurrenten Marvel und deren Avengers-Filmreihe anknüpfen zu können. Dies mündete in der katastrophalen Umsetzung der Justice League (wobei hier Regisseur Zack Snyder das Projekt verließ nachdem seine Tochter Selbstmord begangen hatte - sicher auch ein Grund für das dürftige Endresultat des Films). Mit Auquaman so scheint es haben DC und der Verleiher Warner Bros. wieder die Kurve gekriegt. Das stolze Einspielergebnis von über einer Milliarde US-Dollar scheint hier ein Beleg dafür zu sein. Dies macht den Film zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Regie führte James Wan der für die Horrorfilme Saw und Insidious, aber auch den siebten Teil der Fast & Furious-Reihe bekannt ist. Der oft als visionär bezeichnete Regisseur Zack Synder übernahm die Rolle des ausführenden Produzenten und Don Burgess, oscarnominiert für Forrest Gump, drehte den Film. Neben Jason Momoa der Aquaman porträtiert, spielen in weiteren Rollen Nicole Kidman, Willem Defoe, Patrick Wilson, Amber Heard, Dolph Lundgren und dem ein oder anderen den als Jango Fett aus Star Wars Epidode II bekannten Temuera Morrison mit.

Aquaman (2018) on IMDb

Inhalt

Der Film beginnt, wie Man of Steel, mit einem Rückblick auf die Entstehungsgeschichte (wortwörtlich) von Aquaman. Ein Leuchtturmwärter findet die aus dem Unterwasserreich Atlantis geflüchtete Königstochter. Beide verlieben sich und leben einige Jahre mit ihrem Sohn im Leuchtturm. Eines Tages wird die Mutter des Jungen gezwungen wieder in ihre Heimat zurückzkehren und eine arrangierte Ehe einzugehen. Das Kind bemerkt dann während eines Aquariumsbesuches seine von der Mutter geerbten übernatürlichen Fähigkeiten mit Meeresbewohnern zu kommunizieren und wird heimlich von einem Gesandten aus der Unterwasserstadt ausgebildet. Danach werden die Geschehnisse aus Justice League, die den Charakter schon einführten, ausgeblendet und es folgt ein Sprung in das Erwachsenenalter des Protagonisten. Dieser rettet die Mannschaft eines Atom-U-Bootes welches von Piraten angegriffen wird. Was der Wassermensch nicht weiß: Sein Halbbruder in Atlantis braucht das U-Boot, um einen inszenierten Angriff der Oberflächenbewohner auf die Meeresbewohner vortäuschen zu können, um dadurch selbst alle Unterwasserkönigreiche beherrschen und Rache wegen der Verschmutzung seiner geliebten Meere an den Menschen nehmen zu können. Seiner Verlobten gefällt das nicht, sie macht sich auf die Suche nach dem verlorenen Königinnensohn, da er als Erstgeborener ein Anrecht auf den Thron vor seinem Halbbruder hat. Zusammen wollen Sie nun - wie üblich in Superheldenmanier - jeden ober- und unterhalb des Meeresspiegels retten der von dieser Gefahr bedroht wird.


Fazit

Wen Angriffe auf die Erde aus dem äußeren Weltraum langsam ermüden, für den bietet das als Setting des Film fungierende kühle Nass eine erfrischende Abwechslung. Romane von H.P. Lovecraft und Jules Verne boten Inspiration für den Film, auch rezitiert der ein oder andere Darsteller aus diesen Werken. größte Inspiration für den Regisseur waren Abenteuerfilme á la Indiana Jones. Wie bei zwei Anglern die sich gegenseitig die Taschen voll Hauen steigert sich der Film mit seinen Abenteuer- und Actioninhalten bis zum Schluss. Einige Actioneinlagen, vor allem gegen Ende, kann man durchaus mit Schlachten wie man sie aus den Episoden I - III der Star Wars Reihe kennt vergleichen. Die meisten Schauspieler, vor allem Patrick Wilson als Thronfolger Orm und Yahya Abdul-Mateen II. als Black Manta, können überzeugen - aber eben nicht der Hauptdarsteller Jason Momoa. Das Repertoire ist auf ein Minimum beschränkt - er spricht aber in der hier bewerteten Originalausgabe deutlich. Kannte man ihn aus anderen Filmen, so ist das ein deutliches (Achtung Wortwitz) plus seiner schauspielerischen Leistung. Wer den Film schaut muss ebenfalls mit zahlreichen Logiklöchern, von der Anzahl vergleichbar mit denen eines Fischernetzes, zurecht kommen. Sieht man beispielsweise die versunkene Stadt Atlantis, so schwimmen Buckelwale in der Kulisse der Stadt. In der Realität, gäbe es eine solche unter Wasser von der Außenwelt abgeriegelte Stadt, würden dort hauptsächlich Kadaver der Meeressäuger von der Unterwassermüllabfuhr beseitigt werden müssen da sie ja Luft zum atmen bräuchten. Außerdem nimmt sich der Film nicht sehr ernst, das muss man mögen oder eben auch nicht. Der für die Musik verantwortliche Rupert Gregson-Williams, bekannt für musikalische Untermalungen bei Kinkdsköpfe, Jack und Jill oder Chaos-Dad, unterstreicht beispielsweise eine Szene in der Wüste mit dem Song Ocean to Ocean von Pitbull. Ob unfreiwillig oder bewusst platziert: solche Beispiele finden sich im ganzen Film und sind sehr amüsant. Die Spezialeffekte sind von Industrial Light und Magic und durch die Bank weg sehr gut. Einzig Probleme bereitet die Darstellung von Haaren unter Wasser, ein großes Problem das man bis heute noch nicht gelöst hat. Wenn allerdings ein Sturm auf hoher See tobt und ein Blitz die Wellen von hinten beleuchtet, so hätte das selbst Bob Ross auf der Höhe seiner Schaffensphase nicht besser zeichnen können. Die Bauten der Städte ober- und unterhalb des Meeresspiegels sind sehr gut gelungen und die Action ist spannend choreographiert und inszeniert - es macht Spaß beim zusehen.

Wer ohne Bedenken zugreifen kann sind Freunde von Superhelden-, Action- und Abenteuerfilmen, vor Allem wegen der Schauwerte und Lockerheit des Films welcher sich nicht so ernst nimmt.

 

eine sechsarmige Krake die zwei von acht verloren hat oder ein Seestern mit ein-einviertel abgeknabberten Zacken.            Tim


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